Archive für 1.2.2008

Deutsche Stromnetze immer häufiger am Limit

Diese Meldung der dpa, heute gelesen in der SZ, wirft einige Fragen auf. So ist anscheinend der Kollaps der Stromnetze hierzulande wohl nur eine Frage der Zeit. Es ist die Frage wann es passiert, längst nicht mehr die Frage ob es passiert.

Über die Folgen eines solchen Zusammenbruchs des Netzes müssten sich auch die Stromkonzerne im Klaren sein. Es ist einfach nicht mehr vorstellbar, auch nur für eine begrenzte Zeit von einigen Tagen, ohne das lebenswichtige Elixier Strom auskommen zu müssen. Nicht jeder hat für die wichtigen Stromverbraucher wie Heizung, Licht und Kühlgeräte unbedingt ein Notstromaggregat zur Verfügung. Wer schon mal probiert hat auch nur für ein paar Stunden gänzlich ohne Energie auszukommen wird wissen was ich meine.

Jeden Monat bezahle ich mit meinen Abschlägen einen großen Teil von Geld, das auch für die Sanierung und Instandhaltung der Netze vorgesehen ist. So ist zumindest auch ein Teil des Strompreises begründet. Aber dazu wurde dieses Geld anscheinend nicht verwendet. Es diente über die Jahrzehnte hinweg den Aktionären wohl nur zur Gewinnmaximierung. Wie sonst ist das schon biblische Alter von diversen Trafostationen oder Leitungsmasten in der Bundesrepublik zu verstehen. Da laufen Anlagen, die vor 20 oder 30 Jahren auf dem neuesten Stand der Technik waren, für die heutigen Anforderungen der Energieverteilung aber mehr als unzureichend sind.

Was wird also nach einem Zusammenbruch der maroden Netze passieren. Die Konzerne werden jammern über die bedrohliche Situation, es werden staatliche Hilfen zur Renovierung des Netzes gefordert werden und der Verbraucher bezahlt letztendlich über seine Steuern die Sanierung nochmals. Und jeder wird froh sein, wenn der Strom wieder zur Verügung steht. Die Konzerne werden ihre Gewinne weiter vergrößern und Otto Normalverbraucher ist mal wieder der, der die Zeche zahlt.

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